Auf den Spuren des Dritten Reiches in der DDR

 

»Anspruchsvoll ohne manieriert zu sein. Leicht lesbare Kost ohne unzulässige Trivialitäten.« Prof. Dr. Michael Schäfer, Unternehmerin Kommune

Frank Michael Wagner wirft in seiner bitterbösen Satire einen zeitgeschichtlichen Blick auf die DDR in den frühen 1970er Jahren. Ein Roman über die eigenwillige Moral einer Gesellschaft, die sich nach Freiheit sehnt, sie aber nicht sehen kann.

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Frank Michael Wagner wirft in seiner bitterbösen Satire einen zeitgeschichtlichen Blick auf die DDR in den frühen 1970er Jahren. Ein Roman über die eigenwillige Moral einer Gesellschaft, die sich nach Freiheit sehnt, sie aber nicht sehen kann.

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Auf den Spuren des Dritten Reiches in der DDR

 

»Anspruchsvoll ohne manieriert zu sein. Leicht lesbare Kost ohne unzulässige Trivialitäten.« Prof. Dr. Michael Schäfer, Unternehmerin Kommune

Frank Michael Wagner wirft in seiner bitterbösen Satire einen zeitgeschichtlichen Blick auf die DDR in den frühen 1970er Jahren. Ein Roman über die eigenwillige Moral einer Gesellschaft, die sich nach Freiheit sehnt, sie aber nicht sehen kann.

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Buchbeschreibung

Konrad und seine Freunde Halleluja, Ratte und Hutzel dürfen noch einmal mit ins Ferienlager der CSSR. Der allesbeherrschende Industriebetrieb ihrer DDR-Provinz-Heimatstadt hat es für die Kinder der treuen Parteimitglieder organisiert. Doch die vier Kumpel zieht es die meiste Zeit in ein altes Gewölbe im Wald, das sie zur Wolfsschanze erklären. Dort spielen sie den Zweiten Weltkrieg nach, wobei sie die Rollen Hitlers, Himmlers, Goebbels und Rommels sorgfältig untereinander aufteilen. Aber je stärker ihr Spiel ausufert, desto schwerer lässt es sich vor den Betreuern verheimlichen. Und da sind auch noch die Mädchen im Lager, die mit einem anderen, verlockenderen Spiel für Aufmerksamkeit sorgen.

In einer Zeit politischer Veränderungen wird das Erwachen für alle Beteiligten zu einem Krisensommer. Die Beat- und Rockmusik infiziert die Jugendlichen, Eifersucht und sozialistisch feindliches Treiben sorgen für Misstrauen und Bespitzelung. Alle Spiele drohen zu eskalieren.

Frank Michael Wagner wirft in seiner bitterbösen Satire einen zeitgeschichtlichen Blick auf die DDR in den frühen 1970er Jahren. Die Erwachsenen verhalten sich nicht gerade vorbildlich sozialistisch, entpuppen sich als Opportunisten, um sich ihren eigenen Vorteil zu sichern. Das wirkt sich auch auf die Erziehung aus, die janusköpfige Gestalten hervorbringt: ebenso fleißig, pflichtbewusst und gebildet wie angepasst, ausnutzbar und latent fremdenfeindlich. Ein Roman über die eigenwillige Moral einer Gesellschaft, die sich nach Freiheit sehnt, aber die Freiheit nicht sehen kann.

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2 Rezensionen für Das unreife Wanken des Schlüpferdiebs in der Wolfsschanze

  1. 5 von 1 bis 5

    :

    Für die einen bedeutete es Abenteuerlust und Freiheit pur, für die anderen war der Ferienlageraufenthalt eher die Höchststrafe, wenn das geordnete Leben zuhause gegen das Lagerleben auf Zeit eingetauscht werden sollte. Bekanntlich liegt die Wahrheit in der Mitte und so treffen auch hier bei persönlichen Überlieferungen Dichtung und Wahrheit eng aufeinander.
    Dem Phänomen Ferienlager unter Halbwüchsigen hat sich Frank Michael Wagner gewidmet und fasst dies in seinem Debütroman „Das unreife Wanken des Schlüpferdiebs in der Wolfsschanze “ in einer bitterbösen Satire zusammen. Ein Thema, das in dieser ausführlichen Form auf 304 Seiten so bisher noch nicht behandelt worden ist und dessen Auseinandersetzung neben eigener Erinnerung sicherlich auch allerhand Diskussionsstoff liefert.
    Um es vorweg zu nehmen: Ein Happy End gibt es auf keinem der eng verzahnten Handlungsstränge und allein diese Tatsache trifft die real existierende DDR posthum ins Mark: Wahre Helden waren in diesem Land selten. Dafür traten in der Generation der Erwachsenen offenkundig Opportunismus, Eifersucht und Fremdenfeindlichkeit zutage, die nicht selten in Misstrauen und Bespitzelung mündeten.
    Was nicht ohne Auswirkung auf die Heranwachsenden blieb, wie der Roman des Rudolstädter Autors vor Augen führt.
    Vier Kumpels erklären ein altes Gewölbe im tschechischen Böhmerwald kurzerhand zur Wolfsschanze und spielen darin den Zweiten Weltkrieg nach, indem sie in die Rollen Hitlers, Himmlers, Goebbels und Rommels schlüpfen. Dieses provokante Thema ist ein roter Faden der Satire, doch es gibt mit Ferienlagerromantik, erster Liebe und westlicher Rockmusik weitere Handlungen, die nicht minder für Spannung sorgen. Und da spielt noch ein bekanntes Lied einer britischen Band namens Led Zeppelin eine wichtige Rolle …
    Frank Michael Wagner schreibt von Beginn an unterhaltsam und in einer verständlichen Sprache. Er hat sehr genau recherchiert und liefert damit anhand der Episoden einen zeitgeschichtlichen Blick auf die DDR.
    An manchen Kraftausdruck muss sich der Leser erst gewöhnen. Doch die Sprache war in den frühen 1970er Jahren unter den Jugendlichen des Landes gang und gäbe und sie ist dadurch authentisch.
    „Ein Roman über die eigenwillige Moral einer Gesellschaft, die sich nach Freiheit sehnt, aber die Freiheit nicht sehen kann“, heißt es in der Ankündigung des Größenwahn Verlages und bringt es damit bestens auf den Punkt.

    Mario Keim

  2. 5 von 1 bis 5

    :

    Köstliches Wanken

    Wie gelingt es, aus einer Ferienlagergeschichte das Psychogramm eines Zeitalters zu machen? Eine Antwort darauf bietet der Roman von Frank Michael Wagner “Das unreife Wanken des Schlüpferdiebs in der Wolfsschanze”, der im August 2017 im Größenwahn Verlag Frankfurt/Main erschien. Auf 300 Seiten ist darin von der Anzie-hungskraft des Verbotenen zu lesen, der Konrad und seine Freunde gefühlt in der Mitte der 1970er Jahre nachgeben. Natürlich geht es darin auch um die erste Liebe, beiläufig scheinen die Folgen der 1968er Besetzung der Tschechoslowakei auf, denn das Ferienlager befindet sich in jenem Freundesland. Konrad und seine Mistreiter schlüpfen in Führerrollen des 3. Reiches. Weiblicher Unterwäsche kommt eine größere Bedeutung zu wie auch der Gruppe Led Zeppelin. Geländespiele sind angesagt. Annäherungsversuche finden statt. Irrungen und Wirrungen 14-, 15-jähriger Jungs werden gespiegelt. Da ist die Sehnsucht nach dem Einzigartigen, dem Chef-Sein, deren Erfüllung den vier Freunden Konrad, Hallelujah, Ratte und Hutzel geradezu in den Schoß fällt. Denn sie sind eigentlich zu alt für ein solches Ferienlager, bekommen Sonderrechte und setzen ihre Jungenstreiche von zu Hause hier auf andere Weise fort. Das “Stillgestanden” ihrer Pionierzeit vermischt sich dabei mit jenem Befehlsgehorsam, den sie aus den Erzählungen der Eltern- und vor allem Großelterngeneration kennen. So ist es gerade die Anzie-hungskraft des Verbotenen, die sie reizt, in Rollen des 3. Reiches zu schlüpfen. Dazu gesellt sich das Geheimnisvolle der großen Mädchen im Nachbarbungalow, von Wagner in den für 15-jährige nachvollziehbaren Mustern von Vorstellung und Umsetzung, Gelingen und Versagen dargestellt. Wagner packt das in Episoden, die den Vergleich mit eigenem Erleben nachgerade provozieren und zumindest Schmunzeln auslösen. Mitunter stockt aber auch der Atem beim Lesen: Was alles war damals in einer Kleinstadt der DDR möglich, aus der die Protagonisten kommen? Manches wirkt wie eine Persiflage der Verhältnisse, manche Deutung bleibt – dem Figurenalter angepasst – pubertär. Immer aber gelingt es dem Autor, den Leser an der Geschichte zu halten, ihm jene Zeit nacherlebbar zu machen. Zuweilen als Schelmenroman angelegt, zuweilen in erwartbaren Erzählmustern gearbeitet, zeigt das Buch durchgängig Frank Michael Wagners Lust, wider den Stachel politischer Korrektheit zu löcken. Nazi-Jargon im DDR-Ferienlager? Niemals! Sexuelle Übergriffe? Undenkbar! Und dazu auch noch das ent-sprechende Vokabular…
    Wer Lust hat auf einen gut erzählten Ausflug in die deutsche Vergangenheit der 1970er Jahre aus Sicht damals 14-, 15-Jähriger und Spaß hat an politischen Unkorrektheiten, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. In einer Zeit aufgewachsen, in der Großbuchstaben als Hinweis auf das Weibliche in männlichen Begriffen undenkbar waren, spannt Wagner mit diesem Buch einen Bogen auch in die Gegenwart. Was eigentlich macht das Leben heutiger Jugendlicher aus? Welche Reibungsflächen gibt es da? Freilich bleibt die Frage, inwieweit Leser mit westdeutscher Sozialisierung die Ungeheuer-lichkeiten mancher Handlungsstränge nachvollziehen können. Der ostdeutsch Sozialisierte denkt einstige Tabus noch immer mit. Insofern könnte die Lektüre dieses Buches auch jenseits der einstigen Grenze zur Erhellung der Psychologie der Spezies der Ost-deutschen heute beitragen, sofern davon überhaupt die Rede sein kann. Vielleicht ist es vermessen, diesem Buch eine solche Wirkung zuzuschreiben. Aber immerhin ist es ja im Größenwahn Verlag erschienen… Dem ist zu danken, dass er der Kraft des literarischen Erzählens von Frank Michael Wagner den Vorrang gab vor dem politischen Bedenkentum. Diesem Buch sind viele neugierige und streitbare Leser zu wünschen. Vielleicht vermag es auf subtile Weise, die Lücke zwischen den hart miteinander ringenden Befürwortern und Gegnern der DDR ein Stückweit zu füllen als ein Abgesang auf “reine Lehren”; ein Abgesang mit Spaß und Biss. Ein köstliches Wanken.

    Holger Uske

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Details

  • Seiten : 250
  • Cover : Hardcover: 13,6 x 20,6 cm
  • Sprachen : Deutsch
  • Hrsg./Autor : Frank Michael Wagner
  • Erscheinungsdatum : 15. August 2017
  • aktuelle Auflage : 1
  • ISBN : 978-3-95771-182-3
  • e-ISBN : 978-3-95771-183-0

Über den Autor

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