Die_woertersammlerin

Deutsche Zeitgeschichte – aus dem Blickwinkel eines Mädchens, das Wörter sammelt und im nachhinein deren Bedeutung.

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Buchbeschreibung

Eine deutsche Kindheit

Lilibeth und ihre Familie müssen wegen des Bombardements der Alliierten das vertraute Berlin verlassen. Sie wird in Ostpreußen eingeschult und ist begeistert von den Wörtern, die sie lernt. Sie beobachtet, wie die Erwachsene reden, lauscht ihren Sätzen und lernt schnell: ›Krieg‹ hat fünf Buchstaben, Frau Ohlmann ist ›arisch‹, nicht nur, weil sie wie eine Königin läuft und der ›Güterzug nach Berlin‹ muss schneller eintreffen als die ›Russen‹. In ihre Sammlung fügt sie jeden Tag neue Wörter und manchmal sogar ganze Sätze ein, wie ›Raus aus dem Haus, rum um die Ecke, rein in den Bunker‹. Und dann soll sie zu ihrem eigenen Vater, der nach langer Zeit nach Hause kommt, ›Onkel Hans‹ sagen, damit die Leute ihn nicht andauernd anzeigen – man nannte ihn ›Nazi‹, als er abgeholt wurde. Lilibeths Kinderwelt besteht aber auch aus Wörtern, die sie nicht in ihre Sammlung aufnimmt, wie ›Sowjetische Besatzungszone‹, weil das für sie klingt, als würde jemand einen von ganz nahe ansehen, die Stirn runzeln und zischen.

Dietlind Köhncke beschreibt die Kriegs- und Nachkriegszeit aus dem Blickwinkel eines Mädchens, das Wörter sammelt. Kindheit und Jugend sind geprägt von der Flucht, politischen Umbrüchen und Repressalien zweier Systeme. Durch die Kinderbilder wird der familiäre Alltag kartographiert, in dem Frauen die Hauptrolle spielen, ein Stück deutsch-deutsche Geschichte, in der schwierige Zeiten durchlebt werden – unter den Nazis wie unter den Kommunisten.

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1 Rezension für Die Wörtersammlerin

  1. 5 von 1 bis 5

    :

    Folgende rezension hat uns heute per e-mail erreicht. Vielen Dank:

    Jannik Thaens > hat am 25. Mai
    > 2015 um 16:03 geschrieben:
    >
    >
    > Sehr geehrte Damen und Herren,
    >
    > Ich bIn Schüler des Marion Dönhoff-Gymnasiums in Mölln und bin zur Zeit im
    > zweiten Oberstufenjahr.
    > Im Rahmen einer Deutschklausur mussten wir ein Buch von der Leipziger
    > Buchmesse rezensieren. Ich hab mich für „Die Wörtersammlerin“ aus ihrem Verlag
    > entschieden und habe nun die Rezension bewertet zurück bekommen. Diese wurde
    > mit einer 1 bewertet und deswegen würde ich ihnen nun anbieten meine Rezension
    > für Marketingzwecke oder ähnliches zu benutzen. Das PDF-Dokument habe ich an
    > diese E-Mail angehängt.
    >
    > Falls sie diese Rezension benutzen wollen, können sie das unter Erwähnung
    > meines Namens gerne tun. Bei Interesse schriebenSIE mir einfach zurück.
    >
    > Mit freundlichen Grüßen
    > Jannik Thaens

    Krieg hat fünf Buchstaben
    Ein Stück deutscher Geschichte aus der Perspektive eines anfangs sechsjährigen Mädchens. In
    Dietlind Köhnckes Roman „Die Wörtersammlerin“ sammelt Lilibeth Wörter und erstellt so
    ein eindrucksvolles Bild ihrer Kindheit.
    von Jannik Thaens
    Lilibeth ist sechs und soll gerade in Berlin eingeschult werden, doch sie muss mit ihren
    beiden Schwestern Sonja und Bärbel und ihrer Mutter vor den Bomben der Alliierten nach
    Ostpreußen fliehen. Nach einiger Zeit kehren sie nach Berlin zurück, wo sie mit Tante Dora
    und ihren Großeltern zusammen in einem Haus leben. Ihren Vater hat sie seit langem nicht
    mehr gesehen, da er Häftling in Dresden ist und so gar nicht nach Hause kommt. So beginnt
    ihre Kindheit geprägt vom zweiten Weltkrieg und Vertreibungen. Die Nachkriegszeit, den
    Wiederaufbau und die Teilung Deutschlands erlebt Lilibeth am Rande von Ost-Berlin und
    hält alle ihre Eindrücke in ihrer persönlichen Wörtersammlung fest. In einem Karton sammelt
    sie Karten mit Wörtern, die sie zum einen beeindrucken, wie „Straßenbahn“, aber zum
    anderen auch Wörter wie „arisch“, die von ihrer Umwelt benutzt werden. Die zeitgenössische
    Erzählung erzählt episodenartig ein Stück deutscher Geschichte, in der die Frauen im
    Mittelpunkt stehen.
    Die Autorin, die ebenfalls ein Kind des zweiten Weltkriegs war, versucht in ihrem Buch den
    Kindern der Kriegs- und Nachkriegszeit eine Stimme zu geben. Es handelt sich dabei aber
    nicht um eine authentische Autobiographie ihrer eigenen Kindheit, sondern mehr um eine
    Dokumentation des kindlichen Alltags zu dieser Zeit. Sie zeigt die wichtigsten politischen
    Änderungen aus der Perspektive der Kinder, um so die Bedeutung für diese deutlich zu
    machen. Die Währungsreform wird z.B. im Vergleich zu der politischen Absicht ganz anders
    von den Kindern aufgenommen. Die Handlung durchläuft, wie es scheint „beiläufig“, alle
    wichtigen Ereignissen und Vorgänge dieser Zeit. Lilibeth erfährt von diesen zwar meistens
    nur am Rande. Der Leser kann aber die, für die Kinder meist unverständlichen, Vorgänge
    historisch einordnen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Entnazifizierung. Lilibeth soll ihren
    Vater nur noch „Onkel Hans“ nennen, damit die Russen nicht auf ihn aufmerksam werden
    und ihm nicht der Prozess wegen seiner Naziposition gemacht wird.
    Die Konflikte zwischen elterlichen und kindlichen Prioritäten treten an manchen Stellen im
    Roman auf und zeigen so die Extreme dieser Zeit. Darüber hinaus arbeitet das Buch auch die
    typischen Vorgänge der Jugend ab, wie zum Beispiel der erste Kontakt mit Sexualität oder die
    pubertäre Rebellionsphase gegen die Eltern.
    Da das Buch aus der Ich-Perspektive von Lilibeth geschrieben ist, passen sich sowohl Sprache
    als auch Grammatik dem kindlichen Wortschatz an. Der Satzbau ist überwiegend einfach
    gehalten und die Wortauswahl ist dem Kindlichen angepasst. Die Sprache entwickelt sich
    aber im Verlauf des Buches, da Lilibeth älter wird und sich so auch ihre Sprach
    weiterentwickelt. Das Buch besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die an das episodenhafte
    Erzählen eines Kindes erinnern. Die kindlich einfache Sicht ist häufig überraschend und zeigt
    eine andere Sichtweise auf die damaligen Geschehnisse. Die Kinder machen das Beste aus
    ihrer Situation und lassen sich nicht vollkommen vom Hunger und der Zerstörung
    unterkriegen.
    Wie der Titel des Romans schon andeutet, sammelt die Protagonistin des Buches Wörter, die
    sie von ihrer Umwelt aufnimmt, und hält sie in einer Art Karteikartensystem fest. In diese
    Wörtersammlung kommen zum einen Wörter, die sie beeindrucken, wie „Vergissmeinnicht“.
    Aber auch Wörter, die politisch bedeutend für diese Zeit sind, wie „Sowjetische
    Besatzungszone“ oder „Russen“. Sie wird durch ihre Umwelt geprägt und dies findet sich
    auch in der Sprache des Romans wieder. So erfährt der Leser eindrucksvoll, in wieweit sich
    die Prägung der Kinder in dieser Epoche sowohl in der Alltagssprache, als auch im
    Geschriebenen wiederfinden lässt. Man erfährt auch etwas von den Konventionen dieser Zeit,
    die man sich als Sprachknigge für die Gesellschaft vorstellen kann und gegen die Lilibeth
    manchmal verstößt. Da größtenteils Frauen und Mädchen im Mittelpunkt stehen, erhält man
    eine differenziertere Perspektive. Diese ist nicht so patriarchalisch geprägt und erlaubt so
    einen tieferen Einblick in die deutsche Gesellschaft dieser Zeit.
    Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich bei der zeitgenössischen Erzählung „Die
    Wörtersammlerin“ von Dietlind Köhncke um eine Erzählung aus der Zeit des zweiten
    Weltkriegs handelt, wobei dort ein junges Mädchen die Protagonistin ist. Durch diesen
    Perspektivenwechsel erhält man ein völlig neues Bild auf die damalige Zeit und erlebt ein
    Stück deutscher Geschichte aus einem anderen ungewohnten Blickwinkel. Das Buch ist
    jedem zu empfehlen, der interessiert an einer historischen Darstellung des Alltags zu dieser
    geschichtlichen Epoche ist und der den Perspektivenwechsel nicht als störend empfindet. Man
    muss sich an diese Perspektive erst gewöhnen, doch wenn dies geschehen ist, erhält man
    einen völlig neuen Zugang zu dieser chaotischen, von Krieg, Flucht, politischen und sozialen
    Umbrüchen geprägten Zeit. Da das Buch mit knapp 160 Seiten nicht zu dick ist, werden die
    kurzweiligen Episoden der Kindheits- und Jugendphase nie langweilig. Man lernt außerdem,
    wie sich diese Dinge auf den Alltag eines jungen Mädchens auswirken und wie die Menschen
    aus dieser Zeit mit den sich ihnen stellenden Problemen umgegangen sind.
    Dietlind Köhncke
    Die Wörtersammlerin
    Grössenwahnverlag 2014
    14,90 EUR (155 Seiten)

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Details

  • Seiten : 166
  • Cover :
  • Sprachen : Softcover mit Klappen: 20 x 11,5cm
  • Hrsg./Autor :
  • Erscheinungsdatum : 1. August 2014
  • aktuelle Auflage : 1
  • ISBN : 978-3-942223-86-7
  • e-ISBN :

Über den Autor

Dietlind Köhncke

Dietlind Köhncke
wurde 1937 in Aachen geboren und ist in Ost-Berlin aufgewachsen. Nach ihrer Flucht in den Westen studierte sie Literaturwissenschaft, Philosophie und Soziologie in Frankfurt am Main, Marburg und Gießen und unterrichtete anschließend Deutsch und Politik an beruflichen Schulen und am Hessenkolleg Wetzlar. Neben der eigenen Lehrtätigkeit ließ sie sich zur Gruppenanalytikerin und Supervisorin ausbilden und arbeitet heute in eigener Praxis sowie als Gruppenlehranalytikerin und Dozentin am Institut für Gruppenanalyse Heidelberg e.V. Sie hat zwei Romane, ein Kinderbuch, Erzählungen und Gedichte geschrieben und veröffentlichte eine Reihe wissenschaftlicher Essays zum Thema ›Spiel und Kreativität.
Weitere Bücher von Dietlind Köhncke