Ödipa

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(1 Kundenrezension)

1,99 

Der antike Mythos Ödipus liefert hier die Schablone für eine Geschichte schicksalhafter Schuld. Sophokles meisterhafte Tragödie auf eine hochaktuelle Ebene des menschlichen Seins: Wer kann auf Vergebung hoffen?

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Beschreibung

Das Schuldgefühl zweier Menschen

Stammkneipe ›Florian‹, Berlin-Charlottenburg. Hier treffen sich jeden Donnerstagabend beim Wein die zwei alternden Freunde Hartmut und Klaus: Rentner, Witwer, vereinsamte Männer, mit unterschiedlichen Weltanschauungen und Diskussionen, die auch schon mal in Streit ausarten. Klaus drängt zum ersten Mal darauf, eine eigene Geschichte vorzutragen, angelehnt an seinen Lieblingstragiker Sophokles. Jede Woche wird nun – häppchenweise und gespickt mit Zitaten – die Geschichte der Frau Idipa – oder Ödipa, wie Klaus sie am liebsten nennen würde – erzählt: Als Idipa Lars kennenlernt, scheint sie die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben, nach der sie sich so lange gesehnt hat. Dass die Idylle nur trügerisch ist, stellt sich erst heraus, als sie sich Jahre später auf die Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit macht. Ein gewaltsamer Tod, das Fehlverhalten anderen gegenüber und die Leugnung der eigenen Taten, führen die Frau von einem ins anderen Unheil. Schuld und Schicksal holen sie ein und die Wahrheit ist grauenvoll.

Helga Brehr behandelt in ihrer Novelle das Schuldgefühl zweier Menschen, die auf Vergebung hoffen. Ihre Protagonisten sind von der Unfähigkeit zur Ehrlichkeit geprägt, und suchen nach Auswegen wenigstens kleine Geständnisse anzudeuten. Als Katalysator dient der antike Mythos um Ödipus, der einen passenden Rahmen zu bilden scheint, um die eigene tragische Geschichte zu verpacken. Doch kann das Gewissen von der selbstverschuldeten Last tatsächlich befreit werden?

Helga Brehr auf Lesungen:

Sept 2014, Lesung Eck 002
18.9.2014 in Eckernförde, im Café Heldt.
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25.09.2014 in Rendsburg / Punctum Saliens.

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1 Bewertung für Ödipa

  1. Bewertet mit 4 von 5

    Susan Möller-Wiering

    Schuld und Verstrickung – nicht gerade das einfachste Thema für ein Erstlingswerk. Und doch: von Helga Brehr mit überraschend leichter Hand zu Papier gebracht. In Worten, wie sie wohl vielen Lesern über die Lippen kommen könnten, erzählt die Autorin Schicksale vom Ausmaß einer griechischen Tragödie. Die moderne Sprache trägt den Leser durch die Erzählung; sie macht es leicht, die gewaltigen Themen der Antike im heutigen Alltag wiederzufinden. Sind diese doch so präsent wie eh und je!

    So lässt sich der Fortgang der erzählten Handlung erahnen – und muss doch miterlebt werden bis zum tragischen Ende. Die Ereignisse klingen innerlich noch nach, da entwickelt sich auch die Geschichte des Erzählers zum Drama. Die gelegentlich eingeschobenen Zitate aus der altgriechischen Literatur betonen den ebenso großen wie allgemeingültigen, menschlichen Rahmen, in dem sich nicht nur Brehrs Protagonisten, sondern auch wir Leser uns tagtäglich bewegen, meist ohne uns dessen bewusst zu sein. Ein Anlass, die eigenen Lebenserfahrungen aus anderer Perspektive zu betrachten.

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